Remigius Chor Suderburg

"Dieser hohe Lobgesang" Drei Chöre musizierten an drei Orten

Drei Mal Lampenfieber, drei Mal Emotionen - drei Mal ein erfolgreiches Konzert. Das ist die Bilanz des ersten kreisübergreifenden Chorprojektes zwischen den Landkreisen Uelzen und Lüchow-Dannenberg. Im Spätsommer des vergangenen Jahres hatten sich die Chöre aus Suderburg, Suhlendorf und  Dannenberg unter der Leitung des Kirchenmusikers und Kulturmanagers Jan Kukureit zusammengetan, um gemeinsam drei Stücke einzu-studieren: Mit dem Te Deum von Steve Dobrogosz und dem "Laudate Dominum" des englischen Komponisten Christopher Tambling zwei moderne Stücke, wunderbar ergänzt von der barocken Choralmotette "Nun danket alle Gott" eines unbekannten Verfassers.


Für die langen und anstrengenden Wochen des Probens wurden die Sängerinnen und Sänger und die Musiker des Streichensembles reich belohnt. Alle drei Konzerte waren sehr gut besucht und die Kirchen in Dannenberg, Suhlendorf und Suderburg erlebten einen Klangkörper, den sie in ihrer langen Geschichte bestimmt noch nicht in ihren Mauern beherbergt haben: Gut 80 Stimmen und sechs Streicher ließen mit ihrem musikalischen Gotteslob Gänsehautfeeling aufkommen.


Zum Auftakt der musikalischen Gottesdienste erklang die barocke Motette "Nun danket alle Gott" - ein Einstieg voller Jubel und Freude in der Zeit des Jahreswechsels.

Susanne Wendler führte in Suderburg übrigens auf ganz besondere Art in den Gottesdienst ein, mit einem eigenen Gedicht:

"Mit ist's gar wundersam, als hört ich Engel singen. Gleichwohl ich wissen müsst - wenn's geht mit rechten Dingen - dann sind nur Menschlein um mich her. Und doch, es fällt mir 's Glauben schwer, dass dieser hohe Lobgesang nicht doch vom Himmel her erklang…"

Nun gut, ich übertreib' ein wenig. Doch - "Dich Gott loben wir" heut' an Dreikönig - das trifft den Nagel auf den Kopf. Denn auch der allerletzte Tropf versteht dabei, worum es geht: Der Geist der Weihnacht noch her weht. Das Gloria im Engelchor, nachts bei den Hirten, es beschwor: der Heiden Heiland kommen ist, es ist der lieb Herr Jesu Christ.

D'rum lasst uns lauschen, uns berauschen, an der Lobeshymne Klang. Beginnt mit Gotteslob das Jahr - wunderbar - dann wird uns gewiss nicht bang.

Auf, auf, ihr Englein, stimmt mit ein! Lasst Menschlein's Chor auch himmlisch sein.

Wir sind bereit. Seid Ihr es auch? Dann also los. So wie es Brauch ist, schaut auf  d e n , dann wird's schon gehn.

Den eindrucksvollen Höhepunkt der drei Konzerte bildete das Te Deum mit seinem fein abgestimmten Zusammenspiel der vier Stimmen. Seine ungewöhnlichen Kontraste wurden von den Sängern unter anderem mit wechselnden Stimmstärken bemerkenswert herausgearbeitet und ließen Spannung und Tiefe entstehen, die rasch auf die Zuhörer übergriff - Musik, die unter die Haut geht. Der amerikanische Jazzpianist Dobrogosz komponierte diesen über Jahrhunderte immer wieder vertonten Lobgesang im Jahre 1956 und schuf damit ein ebenso harmonisches wie vielseitiges sakrales Kunstwerk. "Wir möchten mit unserem Projekt zeigen, dass Kirchenmusik nichts Überkommenes oder Statisches ist", sagte Chorleiter Jan Kukureit, "Kirchenmusik ist lebendig, sie verändert sich ständig und entfaltet immer wieder neue Kreativität. Das jüngste Stück in unserem Programm stammt aus dem Jahr 2012."

Gemeint war das "Laudate Dominum" - ein beschwingtes, mitreißendes Werk der Gegenwartskunst, welches für einen fröhlichen Abschluss der Konzerte sorgte. Und weil es so schön war, wurde es in Suderburg gleich zweimal gesungen.


Bilder:

Jürgen Wrede

Weitere Stimmen zu unserem Chorprojekt: 

Suderburger, Suhlendorfer und Dannenberger Chöre musizieren

Drei Chöre werden zum Jahreswechsel 2012-2013 erstmals gemeinschaftlich musizieren: Der Remigius-Chor Suderburg, der Kirchenchor Suhlendorf und die Dannenberger Kantorei haben sich mit ihrem aktuellen Projekt  zu einem kreisübergreifenden musikalischen Vorhaben zusammengeschlossen.

Einstudiert wird unter anderem das »Tedeum« von Steve Dobrogosz. Der aus den USA stammende Steve Dobrogosz lebt und arbeitet als Jazz-Pianist und Komponist in Schweden.

Das Tedeum ist ein altkirchlicher Lobgesang, der Ähnlichkeiten zum Gloria aufweist. Zu allen Zeiten hat er Komponisten angeregt, und mit dem Lied „Großer Gott, wir loben dich“ hat eine sehr populäre Umdichtung Eingang in das Evangelische Gesangbuch gefunden.

Steve Dobrogosz verlangt für sein Werk mit leicht angereichert modernen Klängen neben dem Chor ein Streichensemble.

Neben dem »Tedeum« stehen das »Laudate Dominum« des ebenfalls zeitgenössischen englischen Komponisten Christopher Tambling und die Choralmotette »Nun danket alle Gott« eines unbekannten Verfassers aus dem Barock auf dem Programm.

In Gottesdiensten am 30. Dezember 2012 (Dannenberg um 10 Uhr und Suhlendorf um 14 Uhr) und am 6. Januar 2013 (Suderburg) kommen die Werke zur Aufführung.

Weitere Sängerinnen und Sänger sind zur Mitarbeit herzlich eingeladen.
Die regelmäßigen Probentermine:
Montag, 18.30–20 Uhr Suderburg
Dienstag, 19.30–21.30 Uhr Dannenberg
Mittwoch, 19.45–21.15 Uhr Suhlendorf

Weitere Informationen sind erhältlich bei Chorleiter Jan Kukureit (Tel.: 05826-958 928) oder über die Facebook-Seite »Suderburger Chorprojekt«.